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Wettkampf-Regeln 2026: Änderungen und Anpassungen

Aktualisiert: vor 6 Tagen

Die Übersicht: Kleidung, Systematik, Dynamik und Para-Karate.


Seit dem 1. Januar 2026 sind wichtige Änderungen und Anpassungen in den Wettkampf-Regeln für Kata und Kumite in Kraft getreten. Die wesentlichen Neuerungen lassen sich wie folgt zusammenfassen:


1. Übergreifende Änderungen und Kleidung

  • Karate-Gi und Ausrüstung: Die Ärmel der Jacke müssen die Unterarme mindestens zur Hälfte bedecken, die Hosen zwei Drittel des Schienbeins. Gürtel dürfen nicht bestickt sein.

  • Kopftuch: Ein zugelassenes schwarzes Kopftuch aus religiösen Gründen ist erlaubt, sofern es den Halsbereich nicht bedeckt.

  • Brillen: In Kumite-Wettkämpfen sind Brillen verboten; in Kata-Wettbewerben sind Sportbrillen jedoch gestattet.

  • U14-Schutz: Wettkämpfer unter 14 Jahren müssen einen Helm (Kopfschutz mit Maske) und äußeren Körperschutz (Body Protector) tragen.

  • U16 und älter Schutz: Körperschutz für Männer. Frauen müssen einen Brustschutz und einen Körperschutz tragen oder den integrierten Körper-/Brustschutz.



2. Neuerungen im Kata-Wettkampf

  • Neues Bewertungs-System: Der Sieger wird ab 2026 durch die Anzahl der Stimmen (Mehrheits-Entscheidung) ermittelt. Zwar vergeben die Judges weiterhin Punkte (5.0 bis 10.0), um ihren persönlichen Sieger festzulegen. Allerdings gibt es keine Gesamtsumme der Punkte mehr. Dies soll verhindern, dass extreme Wertungen einzelner Judges das Gesamt-Ergebnis unverhältnismäßig beeinflussen. Alternatives System ist das Flaggen-System.

  • Reduzierung von Theatralik: Übertriebene Theatralik wie Stampfen, Schlagen auf die Brust oder unnatürliche Kiais können zur Disqualifikation führen.

  • Ablauf: Der Name der Kata muss verständlich angesagt werden.

  • Bewertungskriterien: Die Judges achten auf Stände, Techniken, Übergänge, Timing / Synchronisation, Atmung, Kime und Stil-Konformität.


 

3. Neuerungen im Kumite-Wettkampf

  • Vereinfachte Jogai-Regeln: Wer eine Wertung erzielt und unmittelbar danach die Kampffläche verlässt (Jogai), wird nicht mehr bestraft. Ebenso erfolgt keine Strafe für Jogai, wenn der Gegner währenddessen eine Wertung erzielt.

  • Bei Senioren und Junioren sind kontrollierte Berührungen zum Gesicht, Kopf und Nacken erlaubt. Aber keine Berührung am Kehlkopf! Die Distanz bei Jodan-Techniken beträgt von Skin Touch bis 5 cm (Fußtechniken) und bis 2 cm (Handtechniken).

  • Bei Jugend / Schüler / Kinder ist Skin Touch (Berührung ohne Energie-Übertragung) zum Kopf, Gesicht, Hals und Helm mit Faust-Techniken und Fuß-Techniken erlaubt. Aber keine Berührung am Kehlkopf! Die Distanz bei Jodan-Techniken beträgt von Skin Touch bis 10 cm (Fußtechniken) und bis 5 cm (Hand-Techniken).

  • Würfe, bei denen der Gegner unterhalb der Taille gefasst wird, geworfen wird, ohne dabei festgehalten zu werden, gefährlich geworfen wird oder bei denen der Drehpunkt oberhalb des Gürtels liegt, sind verboten und werden verwarnt oder bestraft. Ausgenommen davon sind die herkömmlichen Karate-Fußfege-Techniken, welche es nicht erfordern, dass der Gegner während der Ausführung festgehalten wird.


4. Para-Karate

  • Sehbehinderte (K10): Das Verrutschen der Augenbinde, so dass Augen teilweise oder ganz freigelegt werden, führt zur Disqualifikation.

  • Fouls: Die Definition für "Gleichgewichts-Verlust" wurde im Vergleich zu Stürzen, die zur Disqualifikation führen, präzisiert.


Grafiken: KVBW

 

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