Helmut Spitznagel: "Die Kraft kam stets aus meinem Verein"
Das große Abschieds-Interview des ehemaligen KVBW-Jugend-Referenten.

Nach vier Jahrzehnten als Jugend-Referent des KVBW war am 17. Oktober 2026 eine Ära zu Ende gegangen. Auf dem KVBW-Jugendtag hatte sich der langjährige Amts-Inhaber, Helmut Spitznagel, nicht mehr zur Wahl gestellt. Im folgenden Interview spricht er über die Anfänge im Jahr 1985, seine Energie-Quelle und seine Pläne für die "Zeit nach der Zeit".
Warum haben Sie auf eine erneute Kandidatur verzichtet? Helmut Spitznagel: "Ganz einfach: Weil ein Jugend-Referent eines so großen Landesverbandes nicht 76 Jahre alt sein sollte."
Mit welchen Prämissen und Zielen haben Sie damals das Amt angetreten? Helmut Spitznagel: "Zunächst einmal musste ich Aufbau-Arbeit leisten. Schließlich gab es 1985, als mir der damalige KVBW-Präsident Roland Hantzsche das Amt übertragen hatte, noch keine Jugend-Arbeit im KVBW. Aber ich hatte, nachdem ich meine Trainer-Ausbildungen abgeschlossen hatte, genügend neue Ideen gehabt, um Kinder-Förder-Lehrgänge ins Leben zu rufen. Was mich besonders freut, ist, dass diese noch immer durchgeführt werden und bei den Vereinen sehr beliebt sind."
Gab es Widerstände? Helmut Spitznagel: "Nein, meine Ideen und Vorschläge waren stets für gut befunden worden."
Du hast Generationen von jungen Karateka begleitet, gefördert und ihnen mitunter den Weg im Karate bereitet. Dabei hast Du nicht nur die sportliche Entwicklung unserer Jugend im Blick gehabt. Dir waren auch die Werte wichtig, die Karate vermittelt: Respekt, Disziplin, Fairness, Verantwortungs-Bewusstsein und der Zusammenhalt innerhalb der Gemeinschaft.
KVBW-Präsident Anton Klotz
Wenn Sie auf Ihre Zeit zurückblicken: Was waren die entscheidenden Projekte, die Sie auf den Weg gebracht haben? Helmut Spitznagel: "Bei allen Konzepten und Skripten, die es heute beim DKV in diesem Bereich gibt, war ich als Mit-Autor tätig gewesen. Dazu zählen das DKV-Konzept 'Sound-Karate', die 'DKV-Kara-Games', das DKV-Sport-Abzeichen 'Der kleine Samurai', die Arbeits-Mappe 'Kinder-Karate, aber wie?' und das Para-Karate-Projekt 'Gemeinsam auf die Matte'."
Aus welchen Quellen haben Sie die Energie geschöpft, um sich über einen so langen Zeitraum für den Jugend-Sektor zu engagieren?
Helmut Spitznagel: "Die Kraft kam stets aus meinem Verein. Beim KD Lahr hatte ich viele engagierte Mitstreiter an meiner Seite."
Ein Amt kann man übergeben. Die Erfahrung, die Erinnerungen und die vielen Begegnungen aus 40 Jahren kann einem aber niemand nehmen.
KVBW-Präsident Anton Klotz
Was wünschen Sie sich bis 2030 für den KVBW-Jugend-Bereich?
Helmut Spitznagel: "Dass es meinen Nachfolgern, Rebecca Niggl und Christian Munz, gelingt, eine zeitgemäße Jugend-Arbeit im Verband fortzuführen."
Werden wir Sie auch weiterhin auf Veranstaltungen sehen? Helmut Spitznagel: "Selbstverständlich. Ich werde dem Verband als Koordinator für das Lehrwesen erhalten bleiben. Darüber hinaus werde ich noch diverse Trainer-Ausbildungen durchführen. Und man wird mich bei diversen Veranstaltungen sehen - und wenn es gewünscht wird, auch mithelfen."
Autor: Dirk Kaiser Foto: KVBW


