Exzellente Ausbeute: Platz eins im Medaillenspiegel

Deutsche Meisterschaften in der Leistungsklasse bescheren dem Verband dreimal Gold, viermal Silber und fünfmal Bronze

Das erfolgreiche Trainer-/Trainerinnen-Team des KVBW um Landestrainer Köksal Cakir (rechts)

Für den Karateverband Baden-Württemberg (KVBW) war Berlin wieder einmal eine Reise wert: Nicht nur, dass die KVBW-Athleten und Athletinnen von den Deutschen Meisterschaften in der Leistungskasse mit zahlreichen Medaillen zurückkehrten. Im Medaillenspiegel landete Baden-Württemberg zudem auf Rang eins. Dass das Gros des KVBW-Teams um Landestrainer Köksal Cakir bereits am Freitag in die Hauptstadt gereist war, sollte sich auszahlen. Bereits im ersten Wettkampf des Tages, Kata-Einzel der Damen, war Lena Staiger (Kime Budosport, auf dem oberen Foto Zweite von links), die vor den Meisterschaften zum engeren Favoritenkreis gehört hatte, eine Klasse für sich. Nachdem die Bundeskader-Athletin ihre Vorrunden-Pools souverän als Erste abgeschlossen hatte, musste im Finale Louisa Winstel (SC Judokan Frankfurt) die derzeit starke Form von Lena Staiger neidlos anerkennen. Somit wurde der Auftakt direkt vergoldet, und mit dem Gewinn der Bronzemedaille durch Fabian Straub (SV Böblingen, auf dem unteren Foto Zweiter von rechts) im Kata-Einzel-Wettbewerb der Herren sollte es weitergehen.

In der Kumite-Kategorie -67 Kilogramm war der KVBW gleich mit drei Kämpfern vertreten – wobei der Wettkampf für Nationalkader-Athlet Tim Steiner früher beendet war, als er sich das selbst vorgenommen hatte. Nach einer 1:0-Führung im Viertelfinale war der angehende Student wegen eines zu harten Kontaktes disqualifiziert worden.


Kawaabis Wechsel in eine andere Gewichtsklasse wird mit Podest-Platz belohnt


Im selben Pool wie Steiner hatte sich Sajjad Kawaabi (MTV Ludwigsburg) befunden. Zwar hatte er es nach seinem Wechsel von der Gewichtsklasse -60 Kilogramm in die nächsthöhere Kategorie mit größeren und schwereren Gegnern zu tun bekommen, doch mit seinen besonders schnellen und sauberen Techniken hatte Kawaabi den Nachteil kompensiert. Der Lohn für den Ludwigsburger war ein hervorragender dritter Platz.


Der dritte "-67er" im Bunde war Florent Morina (Karate-Sport-Center Freudenstadt), der sein erstes Jahr in der Leistungsklasse absolviert. Und genau wie Kawaabi war dem jungen Freudenstädter, dessen Vater und ältere Schwester mindestens einmal Meisterlorbeeren eingeheimst hatten, der Sprung auf Podest gelungen. Nach einem furiosen Finalkampf, in dem Morina in Führung gelegen hatte, wurde der Youngster mit der Silbermedaille belohnt.

Florent Molina (links) und Sajjad Kawaabi (Zweiter von rechts)

Johanna Kneer „Best of the rest”


Weitaus weniger überraschend war hingegen der Finaleinzug von Bundeskader-Athletin Anna Miggou (MTV Ludwigsburg, auf dem oberen Foto links) in der Gewichtsklasse -61 Kilogramm. Nach einem ausgeglichenen Kampf hatte ihre Kontrahentin Selin Isik (SC Banzai Berlin) bei einer gleichzeitigen Attacke den entscheidenden Punkt zugesprochen bekommen, sodass Miggou mit der Silbermedaille Vorlieb nehmen musste. Ebenfalls Zweiter geworden war Felix Peschau (MTV Ludwigsburg, auf dem unteren Foto links). Der Routinier hatte sich mit höchster Konzentration und taktischer Finesse bis ins Finale vorgekämpft, musste sich dort jedoch geschlagen geben. Für den 25-jährigen Eppinger ist Silber dennoch ein großartiger Erfolg.

Während Laurent Etemi (-84 Kilogramm, Shotokan Esslingen - auf dem linken Foto Zweiter von rechts) und Nicole Thomsen (-55 Kilogramm, Karate-Team Reutlingen - auf dem mittleren Foto rechts)) das Podest eine Stufe tiefer als Miggou und Peschau erklommen hatten, war Johanna Kneer (KJC Ravensburg - auf dem rechten Foto Zweite von rechts) "Best of the rest". Die Kaderathletin des Deutschen Karate Verbandes (DKV) hatte bis zum Finale keinen Gegenpunkt hinnehmen müssen und war dort ebenfalls nicht zu bezwingen gewesen – obschon ihre bis dato "weiße Weste" beim 3:1 einen klitzekleinen Flecken erhalten hatte.


Die "schweren Jungs" des MTV Ludwigsburg sorgen für das Highlight


Für das das Highlight der Titelkämpfe hatten indes die "schweren Jungs" vom MTV Ludwigsburg gesorgt: Alle vier Starter hatten es tatsächlich bis ins Halbfinale geschafft, wobei sich in der Vorschlussrunde Felix Duttenhofer gegen Svjatoslav Prokop und Konstantinos Papastergios gegen Lauryl Azoo Adjibi durchgesetzt hatten. Im Finale wurde schnell klar, dass beide KVBW-Athleten den Titel wollten. Am Ende eines intensiven und spannenden Kampfes durfte der frisch ernannte Bundespolizist Papastergios, der zum ersten Mal in der Leistungsklasse angetreten war, über Gold jubeln. Duttenhofer belegte, wie schon im Jahr zuvor, den zweiten Platz. Rang drei war an Svjatoslav Prokop gegangen, der damit den Medaillensatz in der Gewichtsklasse +84 komplettierte.

Die Drei vom MTV Ludwigsburg: Felix Duttenhofer, Konstantinos Papastergios und Svjatoslav Prokop (von links)

Dass ein Landesverband, dass ein Verein gleich drei von vier Medaillen-Gewinnern in einer Gewichtsklasse stellt, ist eine Rarität. Gleichwohl unterstreicht es die gute Arbeit von Landes- und Vereinstrainer Köksal Cakir, die er im Hinblick auf die Deutschen Meisterschaften geleistet hatte.


Autor: Tim Steiner Fotos: Brigitte Kraußer (DKV)

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